Die Tiefenpfade
Die Tiefenpfade sind vergessene und kaum kartierte Wege unter der bekannten Welt, die immer tiefer in Regionen führen, über die nur Legenden, Warnungen und widersprüchliche Geschichten berichten.
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Überblick
Die Tiefenpfade sind ein Geflecht aus natürlichen Höhlen, alten Stollen, Felsspalten und vergessenen Wegen, die tief unter die bekannte Welt hinabführen. Niemand weiß, wie viele dieser Pfade existieren, wo sie enden oder ob einige von ihnen überhaupt miteinander verbunden sind. Die oberen Abschnitte werden gelegentlich von Bergleuten, Einsiedlern oder wagemutigen Reisenden betreten, doch schon wenige Tagesreisen unter der Erde werden Karten ungenau und Wegmarkierungen selten. In alten Geschichten heißt es, manche Tiefenpfade führten bis in die sagenhafte Immernachtmark, doch nur wenige Menschen behaupten je, diesen Ort tatsächlich gesehen zu haben. Für Abenteurer sind die Tiefenpfade deshalb vor allem eine Schwelle zwischen der bekannten Welt und etwas, über das selbst Gelehrte nur Vermutungen anstellen können.
Flora und Fauna
Das Leben in den Tiefenpfaden ist karg und konzentriert sich auf feuchte Spalten, unterirdische Wasserläufe und wenige nährstoffreiche Höhlen. Blasse Pilze, Flechten, Moose und vereinzelte phosphoreszierende Gewächse bilden oftmals die einzige erkennbare Vegetation. Fledermäuse, Höhlenratten, blinde Fische, Felslurche und verschiedenes kriechendes Getier sind weit verbreitet, während größere Tiere deutlich seltener auftreten. In abgelegenen Bereichen leben Tunnelspinnen, bleiche Raubtiere und andere Kreaturen, die nur selten an die Oberfläche gelangen. Je tiefer ein Pfad führt, desto häufiger finden sich Spuren von Tieren, die selbst erfahrene Jäger keiner bekannten Art zuordnen können.
Geschichte und Geographische Lage
Die Tiefenpfade beginnen an zahllosen Stellen unter Gebirgen, alten Minen, Schluchten und natürlichen Höhlensystemen der Oberwelt. Einige wurden einst von Zwergen, Menschen oder längst verschwundenen Kulturen erweitert, doch der größte Teil scheint natürlichen Ursprungs zu sein. Viele alte Reiche kannten vermutlich Wege in größere Tiefen, doch Kriege, Einstürze und vergangene Zeitalter haben dieses Wissen beinahe vollständig ausgelöscht. Selbst zwergische Archive enthalten meist nur Karten einzelner Abschnitte und Warnungen vor Orten, deren ursprüngliche Bedeutung längst vergessen wurde. Wo die Tiefenpfade enden und die Immernachtmark beginnt, kann niemand mit Sicherheit sagen, denn möglicherweise bezeichnet dieser Name nicht einmal einen einzigen zusammenhängenden Ort.
Bekannte Bewohner und Kultur
Dauerhafte Bewohner sind in den Tiefenpfaden selten, denn Nahrung, Licht und sichere Wasserstellen lassen größere Gemeinschaften kaum zu. Gelegentlich finden sich kleine Bergbaulager, Einsiedeleien, verlassene Wachposten oder winzige Siedlungen, deren Bewohner seit Generationen kaum Kontakt zur Oberfläche haben. Manche Zwerge kennen bestimmte Routen und bewahren dieses Wissen innerhalb ihrer Familien oder Sippen wie ein wertvolles Erbe. Daneben leben Flüchtlinge, Ausgestoßene, Plünderer oder sonderbare Einzelgänger in den Höhlen, doch solche Begegnungen sind eher Ausnahme als Alltag. Über Bewohner der tieferen Regionen existieren lediglich widersprüchliche Geschichten von fremden Völkern, verlorenen Städten und Wesen, die angeblich niemals das Licht der Sonne gesehen haben.
Informationen für die Spielleitung
Merkmale, Mythen und Trivia
Kaum zwei Karten der Tiefenpfade stimmen vollständig miteinander überein, selbst wenn sie angeblich denselben Weg beschreiben. Manche alten Markierungen weisen auf verschüttete Durchgänge, während andere offenbar von Reisenden stammen, deren Herkunft niemand kennt. Die Immernachtmark wird in verschiedenen Kulturen unter unterschiedlichen Namen erwähnt und könnte deshalb in Wahrheit mehrere voneinander getrennte Regionen bezeichnen. Unter Zwergen existiert die alte Behauptung, dass jeder wirklich tiefe Weg irgendwann an einen Ort führt, an dem der Stein „anders klingt“, doch niemand erklärt Fremden genau, was damit gemeint ist. Der Spielleiter kann die Existenz der Immernachtmark lange nur durch einzelne Hinweise andeuten: unbekannte Münzen, seltsame Knochen, fremdartige Pilze, unverständliche Symbole oder die widersprüchlichen Berichte eines verstörten Überlebenden.
Konflikte, Geheimnisse, Gefahren und Aufgaben
Die größte Gefahr der Tiefenpfade ist zunächst nicht ein bestimmtes Monster, sondern die Möglichkeit, sich hoffnungslos zu verirren oder durch Einstürze vom Rückweg abgeschnitten zu werden. Alte Expeditionen können verschwunden sein, ohne dass jemals geklärt wurde, ob sie starben, umkehrten oder tatsächlich weiter hinab gelangten. Ein wiederentdeckter Tunnel kann Hinweise darauf enthalten, dass vor Jahrhunderten jemand regelmäßig zwischen der Oberfläche und viel tieferen Regionen reiste. Manche Wesen oder Gegenstände, die in den Tiefenpfaden gefunden werden, könnten tatsächlich aus der Immernachtmark stammen und wären für Gelehrte oder Herrscher von enormem Interesse. Eine Reise durch die Tiefenpfade sollte deshalb zunehmend die Frage aufwerfen, ob die alten Geschichten über die Welt unter der Welt tatsächlich nur Legenden sind.